Schulprogramm

Das Leitbild unserer Schule

Wir sind eine friedliche Gemeinschaft.

Auch wenn wir verschieden sind,

    wird niemand ausgeschlossen.

    Wir helfen uns gegenseitig

 und nehmen uns ernst.

 Wir tragen alle dazu bei,

 dass wir gern zur Schule kommen.

 

Auf diesem Leitbild basiert unser gesamtes Schulleben. Die Regeln zum friedlichen Zusammenleben werden von den Schülern, Eltern und Lehrern miteinander vereinbart und unterschrieben.

Unsere Regeln zum friedlichen Zusammenleben

 

1. Wir halten zusammen:

  • Wir wollen, dass alle gern zur Schule kommen.
  • Wir sind freundlich zueinander.
  • Die stärkeren Schüler achten auf die schwächeren und helfen ihnen.
  • Die Lehrer achten auf die Schüler und nehmen sie ernst.
  • Ich kann sie immer ansprechen.

 

2. Wir sind alle verschieden:

  • Auch wenn jemand anders ist oder anders aussieht, gehört er zu uns.
  • Wir lachen niemanden aus und wir beschimpfen keinen!

 

3. Wenn mich jemand ärgert, kann ich mich so wehren:

  • Ich höre weg. Ich gehe weg.
  • Ich spreche mit dem anderen.
  • Ich hole einen Erwachsenen zu Hilfe.
  • Nach einem Streit vertragen wir uns.

 

4. Wenn andere sich streiten, können wir helfen:

  • Wenn zwei sich streiten, sage ich: „Hört auf!“
  • Wenn sich Schüler schlagen, hole ich sofort Hilfe.

 

5. Wir gehen vorsichtig mit allen Dingen um:

  • Wenn ich aus Versehen etwas kaputt mache, sage ich es.
  • Mit Absicht zerstöre ich nichts.
  • Wenn ich mir etwas leihen möchte, frage ich.

 

6. Wir halten uns an die Pausenregeln:

  • In der Pause gehe ich nach draußen.
  • Der Flur ist kein Spielplatz.
  • Beim Spielen mit Geräten wechseln wir uns ab.
  • Ich höre auf das, was mir die Aufsicht sagt.
  • Abfälle werfe ich in die Mülleimer.
  • Nach der Pause gehe ich gleich zu meinem Klassenraum.

 

7. Wir achten auf Ordnung und Sauberkeit:

  • auf den Toiletten
  • in der Pausenhalle
  • in allen Räumen und in der Sporthalle
  • auf den Fluren
  • auf dem Schulhof
  • an der Bushaltestelle

 

8. Was geschieht, wenn ich mich nicht an die Regeln halte:

  • Ich muss mich entschuldigen!
  • Ich muss den Schaden ersetzen!
  • Ich muss die Schulregeln aufschreiben, damit ich sie mir besser merken kann!
  • Meine Eltern werden informiert!

 

Wenn wir alle uns Mühe geben, können wir in der Schule friedlich zusammen arbeiten, lernen, leben, spielen und Spaß miteinander haben.

 

Dafür wollen wir alle etwas tun!

Ich halte die Regeln zum friedlichen Zusammenleben ein!

Anne-Frank-Schule Holzminden

 

Die Anne-Frank-Schule fördert das Lernen

Wir sind eine Förderschule Schwerpunkt Lernen für die Klassenstufen 5 – 9.

Unsere Aufgabe besteht darin, die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage ihres individuellen Lernstands und ihrer individuellen Lernvoraussetzungen ganzheitlich zu fördern. Wir orientieren uns an den Kerncurricula der allgemeinbildenden Schulen. Ziel unserer Arbeit ist die Bildung der Gesamtpersönlichkeit und die Hinführung zu einer selbstständigen Teilhabe an der Gesellschaft.

Unsere Grundlage ist ein ganzheitliches Förderkonzept, das sowohl die kognitiven als auch die kreativen, sozialen und emotionalen Bedürfnisse unserer Schülerschaft angemessen berücksichtigt.

Die Anne-Frank-Schule ist ein Förderzentrum.

Durch das Inkrafttreten der Behindertenrechtskonvention in Deutschland im Jahr 2009, die Menschen mit Behinderungen gleiche Bildungschancen zusichert und die Gesellschaft verpflichtet, für ein Maximum an Barriere-Freiheit zu sorgen, ist nun endlich festgeschrieben, dass niemand ausgeschlossen werden darf und die uneingeschränkte Teilhabe an Gesellschaft und Bildung ein Grundrecht ist. Damit ist Inklusion nicht mehr eine offene Frage, ein Thema, über das diskutiert wird, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir alle uns stellen.

Inklusion hat eine Auswirkung auf unsere Schulform: Die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen werden in den nächsten Jahren auslaufen, weil ihre Schülerschaft in den allgemeinbildenden Schulen aufgenommen wird, um inklusiv und nicht ausgegrenzt unterrichtet und unterstützt zu werden. Unsere Schule hat sich schon jetzt zu einem Förderzentrum entwickelt, das die gemeinsame Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf in den Bereichen Lernen, emotional-soziale Entwicklung und Sprache koordiniert, berät, begleitet und weiterentwickelt in der gemeinsamen Arbeit mit den Grund- und weiterführenden Schulen. Der mobile Dienst für den Unterstützungsschwerpunkt "Hören" hat bei uns seit diesem Schuljahr ein Büro bezogen.

Seit dem 01.08.2009 arbeiten wir im Rahmen eines Regionalen Integrationskonzepts (RIK) mit den Grundschulen unseres Einzugsgebiets zusammen. Förderschullehrerinnen und –lehrer sind wöchentlich stundenweise regelmäßig in den Grundschulen tätig um dort zusammen mit den Grundschulkolleginnen und –kollegen ein Förderkonzept zu erarbeiten, Möglichkeiten der sonderpädagogischen Unterstützung und Beratung anzubieten. Inzwischen sind alle 8 Grundschulen unseres Bereichs im Rahmen des RIKs (sonderpädagogische Grundversorgung)/der Inklusion einbezogen. Mit der aufsteigenden Verwirklichung der Inklusion gehören auch die weiterführenden Schulen unseres Einzugsgebiets mit dazu, denn sie haben jetzt im zweiten Jahr ebenfalls Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in ihren fünften Klassen aufgenommen. Dennoch bleibt die Anne-Frank-Schule weiterhin offen für Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogoschen Unterstützungsbedarf, die noch nicht inklusiv beschult werden möchten. Mit allen Schulen ihres Einzugsgebiets pflegt die Anne-Frank-Schule als Förderzentrum einen guten Kontakt, berät und unterstützt sowohl Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und Schüler. Regelmäßige Arbeitstreffen und Fortbildungsveranstaltungen tragen zur gemeinsamen Weiterentwicklung der inklusiven Beschulung und zum ständigen Austausch bei.

Vorbereitung auf das Berufs- und Arbeitsleben

Der Vorbereitung auf das Berufs- und Arbeitsleben kommt eine besondere Bedeutung zu. Damit unsere Schulabgänger kein Leben unter erschwerten Bedingungen erwartet, versuchen wir sie schon in der Schule zu stärken, mit notwendigen Fähig- und Fertigkeiten auszustatten und den Kontakt zu Betrieben und den Berufsbildenden Schulen anzubahnen und regelmäßig zu pflegen. Bereits in den unteren Klassenstufen wird die Teilnahme am Boys- und Girls-Day (Jugendzukunftstag) unterstützt, um erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu ermöglichen. Betriebserkundungen und die Teilnahme an Verbundunterrichtstagen in den Berufsbildenden Schulen für die Oberstufenklassen tragen ebenso zu einer aktiven Berufsvorbereitung bei wie auch die regelmäßige Durchführung von Bewerbungstrainings im Rahmen des Jump-Projekts. In der achten und neunten Klasse führen wir gut vorbereitete und von den Klassenlehrern begleitete Betriebspraktika durch (2 Wochen / 3 Wochen). Wir nehmen regelmäßig an der Berufsberatung für die neunten Klassen teil sowie an den Holzmindener Berufsinformationstagen (HolBit).

 

Kooperationen mit schulischen und außerschulischen Partnern

Die Anne-Frank-Schule arbeitet mit Kooperationspartnern zusammen:

  • im Rahmen des RIK mit 8 Grundschulen im Kreis Holzminden, um die sonderpädagogische Grundversorgung zu gewährleisten:
  • Astrid-Lindgren-GS, GS Karlstraße, kath. GS, GS Bevern, GS Polle, GS Neuhaus, GS Boffzen, GS Lauenförde
  • im Rahmen der aufsteigenden Inklusion ab Klasse 5 mit allen weiterführenden Schulen unseres Einzugsbereichs: HS Holzminden, RS Holzminden, OBS Bevern, Campe-Gymnasium, darüber hinaus mit den weiterführenden Schulen in der Grenzregion (Höxter, Beverungen, Bad Karlshafen)
  • im Rahmen der Prävention mit allen Kindertagesstätten und vorschulischen Einrichtungen in unserem Einzugsgebiet

 

  • im Rahmen der Sprachförderung mit den Sprachheilklassen der Astrid-Lindgren-Grundschule Holzminden und weiteren Sprachtherapeuten im Landkreis Holzminden

 

  • mit der KVHS Holzminden: Projekt Schulterschluss zur Förderung des Sozialen Lernens / Projekt 2. Chance zum Auffangen des Problems Schulabsentismus

 

  • Netzwerk Region des Lernens: Projekte / Zusammenarbeit mit den BBS Holzminden

 

  • Jump-Projekt: Bewerbungstraining

 

  • Jugendamt Landkreis Holzminden, Jugendhilfe Holzminden Erziehungsberatungsstelle, Tagesgruppe, Teeny-Club

 

  • Verkehrserziehungsprojekte mit der Polizei Holzminden

 

  • Einbeziehung von Lesepaten zur Stärkung der Leseförderung

 

  • Schüler-helfen-Leben: Regelmäßige Organisation des Sozialen Tages

 

  • Zusammenarbeit mit der Musikschule Holzminden

 

  • Zusammenarbeit mit den Landfrauen zur Durchführung eines Ernährungsführerschein-Projekts

 

  • Organisation von Gesundheitsprojekten und –tagen mit verschiedenen Anbietern

 

  • Jugendhilfe, Polizei, Drogentherapie, STEP zur Durchführung gemeinsamer Präventionstage im Schulzentrum

 

  • RBB: Ausbildung von Busbegleitern

 

  • Zusammenarbeit mit der Haupt- und Realschule im Schulzentrum: gemeinsame Durchführung von sportlichen Events, Umwelttagen (ökologischer Fußabdruck), kooperatives Sport- und Spielfest der 5. Klassen, Gestaltung der Schule zu verschiedenen Jahreszeiten, regelmäßige Treffen im Inklusionsarbeitskreis in der Anne-Frank-Schule

 

  • Gesundheitsamt: Durchführung von Belehrungen zum Infektionsschutz im Rahmen der Schülerfirma Gesundes Schulfrühstück und des Hauswirtschaftsunterrichts

 

  • Gleichstellungsbeauftragte: Durchführung von Projekten z.B. „Sag, was du nicht willst“

 

  • HAWK Holzminden: sexualpädagogische Projekte

 

Projekte in der Anne-Frank-Schule

  • offene Ganztagsschule seit 2011
  • einmal in der Woche gesundes Schulfrühstück durch die Schülerfirma „Hexenküche“
  • Maßnahmen gegen Schulabsentismus durch Projekt 2. Chance
  • Sozialtraining Schulterschluss
  • Aufbau einer Schülervertretung, Anleitung und Durchführung von Schülerratsversammlungen, Teilnahme an übergeordneten Schülervertretungen auf Stadt-, Kreis- und Landesebene
  • Fußballturniere schulintern und schulübergreifend
  • regelmäßige Projekte im Schulleben, z.T. nach jahreszeitlichen Anlässen gegliedert: Sozialer Tag, Herbstfest, Projekttag zum Friedlichen Zusammenleben, Anne-Frank-Projekttag, Adventseinstimmungen, vorweihnachtliche Andacht in der Michaeliskirche, Klassenfrühstücke z.T. mit Nachbarklassen
  • Sportprojekte mit anderen Schulen: Fußballevent Profis in der Schule mit 4 Schulen und Hannover 96 bei uns im Schulzentrum
  • Sportfest „Bundesjugendspiele“ und „Spiele ohne Grenzen“
  • Teilnahme am Vorlesewettbewerb
  • Einsatz von Vorlesepaten
  • Besuche in der Bücherei
  • Leseraum und Schülerbücherei
  • Schulgartenarbeit
  • Umweltschule seit 2012
  • Schüler- und Elterncafé bei besonderen Veranstaltungen
  • Elternsprechnachmittage zweimal im Schuljahr unter Einbeziehung des Elterncafés

 

Konzepte in unserem Schulleben

  • Schulordnung und Regeln zum friedlichen Zusammenleben
  • Aufsichtskonzept
  • Pausenkonzept
  • Vertretungskonzept
  • Schülervertretungskonzept
  • Konzept zur Durchführung von Ausflügen und Klassenfahrten
  • Förderkonzept
  • Beratungskonzept
  • Medienkonzept
  • Fortbildungskonzept
  • Integrationskonzept
  • Gesundheitskonzept
  • Präventionskonzept
  • Hausaufgabenkonzept
  • Methodenkonzept
  • Konzept zur beruflichen Orientierung
  • Beschwerderegelungskonzept
  • Konzept zur Verteilung der Haushaltsmittel
  • Personalentwicklungskonzept
  • Konzept „Offener Anfang“
  • Regionales Integrationskonzept
  • Vereinbartes Förderplan-Konzept: „Von den Stärken ausgehen“ nach Eggert für alle Klassen und Grundlage für die Arbeit im RIK
  • Umgang mit schwierigen Situationen, Störungen im Unterricht

 

Diese Konzepte wurden seit Bestehen der Anne-Frank-Schule erarbeitet, entwickelt und umgesetzt. Die tägliche Praxis und die regelmäßige Zusammenarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen und Dienstbesprechungen formen die Konzepte weiter und passen sie immer mehr unseren Erfordernissen an.

 

Rahmenbedingungen

  • Unsere Schule wird durch den Schulträger – Landkreis Holzminden - sehr unterstützt. Im Rahmen des Ein- und Umzugs in das Schulzentrum haben wir sowohl finanziell als auch personell Hilfe erfahren. Durch die Umsetzung der umfangreichen Baumaßnahmen im Rahmen der Fassadenmodernisierung, der energetischen Maßnahmen, der Brandschutzmaßnahmen, Maßnahmen zur baulichen Umsetzung eines barrierefreien Zugangs sowie der kompletten Neugestaltung und technischen Modernisierung der gemeinsamen Aula als Veranstaltungs- und Versammlungsort hat das Schulzentrum Liebigstraße sehr gewonnen.

 

  • Wir verfügen über gut ausgestattete Klassen- und Fachräume sowie Gemeinschaftsräume im Bereich der GTS und der Elternarbeit.

 

  • Bei der Anschaffung von Mobiliar und Ausstattungsgegenständen und bei der Einrichtung und Gestaltung von Räumen und Außengelände (Innenhof, Schulgarten) haben wir viel Unterstützung erfahren.

 

  • Im Rahmen des Budgets der Landesschulbehörde ist die Organisation von schulinternen Lehrerfortbildungen mit Referenten in einem überschaubaren Rahmen möglich. Davon profitieren nicht nur die Lehrkräfte der Anne-Frank-Schule, sondern alle Schulen, die im Rahmen der Inklusion mit uns zusammenarbeiten.

 

Unterrichtsqualität

In Fachkonferenzen und gemeinsamen Dienstbesprechungen wird an der Entwicklung und Ergänzung von schulinternen Lehrplänen zu allen Unterrichtsfächern gearbeitet. Außerdem werden Grundlagen zur Leistungsbewertung erarbeitet.

Die Pläne mit den Grundlagen zur Leistungsbewertung befinden sich in Ordnern im Lehrerzimmer, so dass sie allen Lehrkräften zugänglich sind. Geplant ist, im Laufe der Zeit Unterrichtseinheiten zu einzelnen Fächern und Fachgruppen zu erstellen, die hinter den jeweiligen Lehrplänen gesammelt werden. Zielsetzung ist dabei, auch fachfremden Kollegen Orientierung und Einblick zu ermöglichen, um sich auch in nicht vertrauten Fächern zurechtzufinden und einzuarbeiten. Für die Beratung der allgemeinbildenden Schulen dienen sie ebenfalls als Grundlage bei der Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung.

 

Schulleben und Schulprogrammarbeit

Die Ereignisse in unserem Schulleben werden sorgfältig dokumentiert mit Fotos und Texten. Teilweise werden die gerade durchgeführten Projekte in kleinen Ausstellungen auf den Fluren gezeigt. In mehreren Ordnern und Dateien werden alle Ergebnisse und Veranstaltungen sorgfältig aufbewahrt.

Bei der Arbeit am Schulprogramm haben wir bisher besonders an folgenden Punkten gearbeitet:

 

  • Schulkultur: Schule als Lebensraum, Gesundheitsförderung, Beteiligung der Schüler- und Elternschaft, Kooperationen

 

  • Lernen und Lehren: Arbeit an Lehrplänen (Schuleigenes Curriculum), Förderkonzepte, Dokumentation der Lernentwicklung mit Hilfe von Förderplänen, die von den Stärken ausgehen

 

  • Lehrerprofessionalität: individuelle Fortbildungen und schulinterne Fortbildungen zur Trainingsraum-Methode, zum Umgang mit herausforderndem Schülerverhalten, zu differenzierenden Maßnahmen in heterogenen Lerngruppen, zur Inklusion und deren Gelingens-Bedingungen, zur Schulkultur „Jeder ist willkommen“,  zum kritischen Umgang mit Medien, zur Erste-Hilfe-Auffrischung, zum effektiven Mathematikunterricht, zum Förderschwerpunkt Hören, zum Umgang mit herausforderndem Schülerverhalten, zum Classroom-Management und zur Prävention von Unterrichtsstörungen, zur Anfertigung von Förderplänen

 

  • Maßnahmen zu herausforderndem Schülerverhalten und Umgang mit Störungen im Unterricht

 

  • Ziele und Strategien der Schulentwicklung: Evaluation (Lüneburger Fragebogen Plus); Schulinspektion 2010

 

  • Schulmanagement: Regelmäßige Schulleiterqualifizierungsmaßnahmen

 

Unterricht als Förderunterricht: Ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen

1. Jeder Unterricht sollte Förderunterricht sein:

fördernder, förderlicher Unterricht ist zentrale Aufgabe von Schule

Förderunterricht ist nicht reduziert auf Maßnahmen zur Beseitigung von Lernrückständen

 

2. Nicht allen das Gleiche, sondern jedem das Seine:

Kinder lernen unterschiedlich, unterschiedlich viel, unterschiedlich schnell, erleben und verarbeiten Lerninhalte unterschiedlich, erreichen gleiche Ziele zu verschiedenen Zeitpunkten

Kinder benötigen mehr oder weniger Hilfe

 

3. Soziales Lernen fördern in einer heterogenen Gruppe

Jedes Kind soll mit anderen Kindern zusammen und auch durch sie gefordert und gefördert werden

Heterogenität bejahen und als Lernchance für einen förderlichen Unterricht begreifen

 

4. Kinder stärken, ihnen Mut machen, ihr Selbstvertrauen fördern

kein isoliertes Funktionstraining

Ganzheitlichkeit des kindlichen Lernens beachten

Jedes Kind hat einen Anspruch auf eine individuelle Entwicklung

Jedem Kind seine Lernchance geben

 

5. Lernfreude und Spaß entwickeln

Lernen macht Spaß und bereichert mein Leben

Lernen lohnt sich, weil es mir hilft, meine Fragen zu beantworten

Ich strenge mich an, wenn ich weiß, warum und wenn ich es wirklich will

Es macht Spaß mit anderen gemeinsam zu lernen und zu arbeiten für ein gemeinsames Produkt

 

6. Erfolgreiches Lernen findet statt, wenn sinnvoll gefördert und angemessen gefordert wird   

ganzheitliches Lernen auf der Grundlage des aktuellen Lernstands

erreichbare Lernziele setzen

vielseitiges Lernangebot bereitstellen

viele Lernkanäle ansprechen

mehrperspektivisch mit vielen Sinnen lernen

zusammengestellt von Karin Peetz-Borghorst für unseren Stand anlässlich des Bildungstages 2012 in Holzminden

Hintergrundliteratur: Dr. Karlheinz Burk: Fördern und Förderunterricht, Arbeitskreis Grundschule, 1993

 

Schule als gemeinsame Lernbaustelle von Schülern, Lehrern und Eltern

Förderbausteine für ein schuleigenes Förderkonzept:

  • Fehler als Lernchance: förderliche Fehlersichtweise; Fehler sind erlaubt; keine Angst vor Fehlern; aus Fehlern lernen, „aus Fehlern wird man klug“
  • Förderprinzipien: Lernen über alle Sinne; ganzheitlich, handlungs-, lernentwicklungsorientiert; Spiel; entdeckendes Lernen; erfahrungsbezogenes Lernen; überschaubare Einheiten; individuelle Lernausgangslage und individuelle Ziele
  • Förderdiagnostik: Lernentwicklungsorientierte Diagnostik; heterogene Lerngruppe; gezielte Beobachtung; individuelle Lernziele
  • Förderung der Wahrnehmungsbereiche: Vielkanal-Lernen: visuell, akustisch, taktil, psychomotorisch, sprachlich, Konzentration und Ausdauer; Motorik, kinästhetische Wahrnehmung; Musik, Rhythmus; Spielfähigkeit
  • Förderkonzept: Bestandteil des Schulkonzepts; Grundverständnis „fördernde Schule“; sollte Förderprinzipien enthalten
  • Förderideen/Fördervorschläge/Förderfantasie: zu konkreten Lernbereichen Förderideen und –vorschläge erarbeiten, sammeln; konkretes Material erstellen (wiederverwendbar); gute kollegiale Zusammenarbeit
  • Förderplan/Förderkartei: Lernziele/Lernausgangslage/Fördermaßnahmen/Lernentwicklung/Beobachtungen; Schüler mit einbeziehen; Förderbuch: Was kann ich gut? Was will ich verbessern?
  • Förderung des ganzen Menschen: kein isoliertes Funktionstraining; Identität des Kindes/Jugendlichen fördern; nicht Lernmaschine sondern lernender Mensch mit allen Sorgen, Ängsten, Vorlieben, Wünschen, Ideen, Fantasien, Stärken, Visionen

zusammengestellt von Karin Peetz-Borghorst anlässlich des Bildungstages Holzminden 2012 für den Stand der Anne-Frank-Schule

Förderung im Rahmen des Förderzentrums

Die Entwicklung und Veränderung unserer Schule im Hinblick auf die Arbeit eines Förderzentrums, das die Fördermöglichkeiten und Fördernotwendigkeiten für Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung an den allgemeinbildenden Schulen im Fokus hat, macht eine regelmäßige Anpassung und Erweiterung unseres Förderkonzepts erforderlich. Dabei wird eine ganz erhebliche Rolle spielen, inwieweit es gelingt, die notwendigen personellen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die eine unabdingbare Grundlage für unsere Schule als „fördernde Schule“ im Sinne einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerschaft sind.

„Bildung als Grundrecht für alle verlangt eine Auffassung menschlicher Natur, die von einer grundsätzlichen Lern- und Entwicklungsfähigkeit ausgeht. Jeder Mensch kann lernen! Aber es bedarf humaner sozialer Bedingungen, die dies ermöglichen. Daher ist eine Pädagogik erforderlich, welche die Vielfalt und Differenz menschlicher Individualität in den Vordergrund stellt und die prinzipielle und uneingeschränkte Anerkennung jedes Kindes, Jugendlichen und Erwachsenen, ob Mann oder Frau, beeinträchtigt oder nicht beeinträchtigt, als ihre Grundbedingung garantiert.“ (zit. nach Wolfgang Jantzen, „Jeder Mensch kann lernen“, 2001)

„Jede Lehrerin spürt am ersten Unterrichtstag folgendes: Die Kinder möchten nicht den Mund halten, sondern Reden halten, sie möchten nicht still und unbeweglich sitzen, sondern sie möchten sich bewegen, möglichst mit ihrem ganzen Körper. Sie wollen nicht untätig sein, sondern werktätig. Sie wollen keine Strafarbeiten, sondern sie wollen arbeiten. Sie wollen nicht in erster Linie unsere Noten sehen, sondern ihre Produkte. Sie wollen nicht die Werte des Lehrers übernehmen, sondern erarbeiten, was für sie selbst einen Wert hat. Sie müssen – um gesellschaftsfähig zu werden – sich das gesamte gesellschaftliche Wissen, den Reichtum menschlicher Errungenschaften sinnlich und rational aneignen, um ihre Bedürfnisse und ihre Interessen in dieser Gesellschaft verwirklichen zu können und nicht mehr am Rande dieser Gesellschaft vegetieren zu müssen.“ (Christel Manske, alias Iris Mann: „Lernprobleme“, 1979)

„Gerade die Schüler, die herausgefallen sind aus der herrschenden Norm, sind es, die mich immer wieder wachrütteln, mich nicht einschlafen lassen, sie fordern mich heraus, jeden Tag wieder neu:

Gegebenes nicht einfach hinzunehmen, Erstarrtes aufzubrechen und neue Wege zu finden für eine menschlichere Schule!“   im März 2010  (K. Peetz-Borghorst)

„Diese im Sinne einer humanitären Pädagogik übergreifenden Handlungsziele und Grundlagen für ein förderliches Handeln mit Kindern und Jugendlichen versuchen wir auch in der Arbeit im RIK und in der aufsteigend zu entwickelnden Inklusion lebendig werden zu lassen.

Wir versuchen dazu beizutragen, dass Kinder und Jugendliche in ihrer Vielfalt und Heterogenität Akzeptanz und eine ihren Möglichkeiten entsprechende Förderung erfahren.

Die Diskussion und ständige Auseinandersetzung mit den neuen Anforderungen, die Inklusion an uns alle stellt, nimmt einen immer breiteren Raum ein. Es wäre wünschenswert, wenn wir für die großen Aufgaben – eine gute Zusammenarbeit auch mit den SEK-I-Schulen aufzubauen – durch eine bessere personelle Ausstattung unterstützt werden könnten. Die Motivation ist bei allen vorhanden, der Wille scheinbar Unmögliches doch zu versuchen und erste Schritte in diese Richtung zu gehen. Nun kommt es darauf an, dieses zarte Pflänzchen zu pflegen. Es wäre fatal, wenn durch eine zu sparsame Ausstattung die Inklusion zu kümmerlich auf den Weg gebracht wird und womöglich mit noch größerer Skepsis und Ablehnung begleitet wird, als es jetzt teilweise schon der Fall ist.“     im März 2013  Karin Peetz-Borghorst

 

Stand: Oktober 2013